Die Pflegedank-Stiftung und dienstjunge Pflegekräfte wollen junge Menschen für die Pflege begeistern

Die Pflegedank-Stiftung und dienstjunge Pflegekräfte wollen junge Menschen für die Pflege begeistern

Die Pflegedank-Stiftung und dienstjunge Pflegekräfte wollen junge Menschen für die Pflege begeistern 2560 1920 Pflegedank Stiftung

02.03.2022 Wirtschaftsnewsletter Bad Kissingen

Die Pflegedank-Stiftung und dienstjunge Pflegekräfte wollen junge Menschen für die Pflege begeistern.

Dass Senioreneinrichtungen und Kliniken unter einem Mangel an Pflegekräften leiden, ist weithin bekannt. Winfried Wiendl, Gründer der Pflegedank-Stiftung will versuchen, daran zumindest in unserer Region etwas zu ändern. In Absprache mit der Schulrätin Cornelia Krodel und den Rektoren der Mittelschulen im Landkreis Bad Kissingen organisierte er Vorträge in den 8. und 9. Klassen der Mittelschulen in unserem Landkreis. Mit zwei Teams, bestehend aus jeweils zwei dienstjungen Pflegekräften, ihm und seinem Golffreund Wolfgang Jantzer, der sich in der Stiftung ehrenamtlich engagiert, haben die beiden Teams bereits fast alle Mittelschulen besucht und wichtige Aufklärung zum Beruf der examinierten Pflegefachkraft betrieben.

Für den vergangenen Donnerstag hatten sie sich in der Anton-Kliegl-Mittelschule in Bad Kissingen angemeldet. Mit der Konrektorin Ellen Erhard wurde der Termin abgestimmt und um 7.45 Uhr waren Winfried Wiendl, Annelie Becher und Nik Rottler vor Ort. Frau Erhard begrüßte in der Klasse die Referenten und stimmte ihre Schülerinnen und Schüler auf das bevorstehende Referat ein. Ziel sei es, über Bedingungen, Dauer, Inhalte, Einkommen und Karrieremöglichkeiten der generalistischen Ausbildung zur examinierten Pflegefachkraft zu informieren, so Winfried Wiendl. Dann stellten sich Annelie Becher und Nik Rottler vor und berichteten, was sie veranlasst hat, diesen Beruf zu wählen, wo sie sich informiert haben, was ihnen heute im 2. Ausbildungsjahr gefällt und auch was weniger schön ist. Sie berichteten darüber, wie interessant ihr Alltag aussieht. „Für viele Bewohner unserer Einrichtung sind wir Pflegekräfte für Wundmanagement, für Medikamentenversorgung für Umbettungen, für Gespräche, für Zeitvertreib usw. und nicht nur, wie oft vermutet, für die Körperpflege verantwortlich“, so Annelie Becher. Nik Rottler, der erst eine Ausbildung bei der Polizei begonnen hatte, diese abbrach und in der Pflege seinen Traumberuf gefunden hat, schwärmte, wie schön es ist, mit einem Danke oder nur einem Lächeln Feedback zu bekommen und wie erfüllend es sei, für diese Seniorinnen und Senioren für die nächsten Monate oder Jahre sich als einer der wichtigsten Menschen in deren Leben fühlen zu können.

Die interessierten Zuhörer*innen staunten, als Winfried Wiendl erklärte, dass es früher unterschiedliche Ausbildungsinhalte für Pflegekräfte in Kliniken, im Altersheim, in Kinderkliniken und weiteren Spezialgebieten gab. Seit einem Jahr sind diese Ausbildungsinhalte zusammengefasst in der generalistischen Ausbildung. Drei Jahre lang erhalten die Auszubildenden als Blockunterricht Einblick in allen Einsatzgebieten der Pflege und können sich erst nach Abschluss der Prüfung entscheiden, ob sie künftige in einem Krankenhaus, in einer Senioreneinrichtung, in einer Kinderstation oder im sozialen Dienst arbeiten wollen.

Noch interessanter wurde es, übrigens auch für die Konrektorin Ellen Erhard, als über die Höhe der Ausbildungsvergütung und über die Einkommensmöglichkeit danach gesprochen wurden. Auszubildende würden zwischen 1.000 und 1.300 € brutto und eine ausgelernte examinierte Pflegefachkraft mit 20 Jahren würde zwischen 2.800 und 3.200 € brutto verdienen. Leider wird in den Medien oft, so Winfried Wiendl, „über die geringe Honorierung der Pflegekräfte gesprochen. Dies sei einerseits falsch und andererseits würde eine Einkommenserhöhung natürlich von jeder Pflegekraft gerne angenommen, würde aber das eigentliche Problem in der Pflege nicht lösen“. Er schilderte, dass Verantwortliche in Pflegeeinrichtungen ihm immer wieder berichten, dass ihre Pflegekräfte, wenn sie zwischen einer Einkommenserhöhung und eine Erhöhung des Personalschlüssels wählen könnten, sich mehr darüber freuen würden, wenn Neueinstellungen umzusetzen wären.

Am Ende dieser „Unterrichtsstunde“ bot Wiendl an, dass er über das Sekretariat interessierten Schülerinnen und Schülern den heute gehörten PowerPoint-Vortrag und weiter Unterlagen, wie Schul-, Arbeitgeberverzeichnisse, notwendige Bewerbungsunterlagen etc. zukommen lassen könnte.
Nachdem sich Frau Erhard über die sehr interessanten Informationen bedankt hat, ging es für Winfried Wiendl, Annelie Becher und Nik Rottler in die nächste von weiteren drei 8. Klassen.

Die von Winfried Wiendl 2018 gegründete Pflegedank-Stiftung (www.pflegedank-stiftung.de.) hofft, mit diesen Vorträgen in 26 Mittelschulklassen im LK Bad Kissingen, den in 2020 gehaltenen 18 Vorträgen im LK Haßberge und den im Herbst geplanten Vorträgen in den Mittelschulen des LK Schweinfurt, das Interessen bei Schülerinnen und Schülern, die unmittelbar vor einer Berufswahl stehen, zumindest in unserer Region in Richtung Pflege zu erhöhen.
Es ist dringend notwendig.

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